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Fenster einbauen im Altbau: Anleitung für den Fenstertausch in 8 Schritten

Montage

Sie möchten im Altbau Fenster tauschen und die neuen Fenster selber einbauen? Das ist gut machbar – wenn Sie die Besonderheiten von Bestandsmauerwerk kennen. Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie unsere Monteure ein Kunststofffenster im Altbau mit Anschlagmauerwerk fachgerecht montieren: mit Primer, Fensteranschlussfolie und Kompriband. Im Video sehen Sie jeden Handgriff, hier lesen Sie alle Schritte in Ruhe nach.

▶ Zum Video: Fenster einbauen im Altbau | Stand der Technik

Sie bauen im Neubau ins Lichte (ohne Anschlag) ein? Dann lesen Sie unsere Neubau-Anleitung.

Fenster einbauen im Altbau: Das ist anders als im Neubau

Das Grundprinzip ist dasselbe wie bei jeder fachgerechten Fenstermontage – das Ebenenmodell mit der Regel „innen dichter als außen". Im Altbau kommen aber drei Besonderheiten dazu:

  • Anschlagmauerwerk: Im Altbau sitzt das Fenster meist hinter einem gemauerten Anschlag – einer Kante im Mauerwerk, gegen die der Rahmen von innen gestellt wird. Das schützt vor Schlagregen, macht die äußere Fuge nach dem Einbau aber unzugänglich. Deshalb gilt: Die Abdichtung muss vor dem Einsetzen auf den Rahmen.
  • Unterschiedliche Fugenbreiten: Altes Mauerwerk ist selten maßhaltig. Seitlich und oben arbeiten wir deshalb mit Fensteranschlussfolie statt nur mit Kompriband – die Folie gleicht schwankende Fugenbreiten zuverlässig aus.
  • Staubiger, sandender Untergrund: Alte Wände sanden und stauben. Ein Primer bindet den Staub und sorgt dafür, dass Dichtband und Kleber dauerhaft halten.

Übrigens: Wie der Einbau im Neubau ohne Anschlag funktioniert, zeigen wir Ihnen in unserer Anleitung zum Fenster einbauen im Neubau.

Werkzeug und Material für den Fenstertausch

  • Akkuschrauber und Schraubendreher
  • Zollstock und Wasserwaage
  • Montagekissen und Unterlegklötze
  • Aushängewerkzeug für die Flügel (nutzen auch unsere Profis)
  • Cuttermesser und Schere
  • Schaumpistole und Auspresspistole für den Folienkleber
  • Primer, Kompriband, Fensteranschlussfolie, Folienkleber, Montageschaum
  • Sprühflasche mit Wasser

Alles Nötige finden Sie in unserem Montagezubehör-Shop.

▶ Werkzeugübersicht im Video ansehen (ab 0:06)

Fenster tauschen im Altbau: Anleitung in 8 Schritten

Hinweis vorab: Diese Anleitung zeigt den Einbau des neuen Fensters. Das alte Fenster sollte bereits ausgebaut und die Laibung besenrein sein – ein paar Tipps zum Ausbau finden Sie unten in den häufigen Fragen.

Schritt 1: Flügel aushängen und Fenstergriff montieren

Zum Einbauen kommt nur der Rahmen in die Öffnung. Drehen Sie die Abdeckrosette am neuen Flügel zur Seite, setzen Sie den Fenstergriff auf, bringen Sie ihn in die 3-Uhr-Stellung (waagerecht) und ziehen Sie die Schrauben fest. Dann öffnen Sie den Flügel, ziehen den Achslagerstift am oberen Scherenlager und hängen den Flügel aus. Stellen Sie ihn sicher ab – legen Sie immer eine Pappe oder Decke unter, damit nichts verkratzt.

▶ Schritt 1 im Video ansehen (ab 0:50)

Schritt 2: Anschlag reinigen und primern

Der gemauerte Anschlag ist im Altbau fast immer staubig – und auf Staub hält kein Dichtband. Kehren Sie die Flächen sauber ab und tragen Sie den Primer auf den Anschlag auf. Er bindet den Staub und schafft einen tragfähigen Klebegrund. Kurz ablüften lassen, dann geht es weiter.

▶ Schritt 2 im Video ansehen (ab 2:30)

Schritt 3: Fensteranschlussfolie auf den Rahmen kleben

Jetzt kommt der wichtigste Altbau-Schritt: Legen Sie den Rahmen auf Böcke und kleben Sie die Fensteranschlussfolie umlaufend auf – zwingend vor dem Einsetzen, denn hinter dem Anschlag kommen Sie später nicht mehr an den Rahmen heran. Darauf kommt es an:

  • Schutzstreifen abziehen und die Folie Stück für Stück aufkleben – am Fensterbankanschluss ca. 1 cm überstehen lassen.
  • Sie können die Folie in die Rahmenvertiefung oder auf die Rahmenfläche kleben – beides ist fachlich richtig.
  • Profi-Tipp für die Ecken: Die Folie nicht einfach um die Ecke legen, sondern eine „Nase" kleben – zwei Klebeflächen von ca. 1,5 bis 10 cm Länge aufeinanderlegen. Diese Reserve lässt sich später in der Ecke viel leichter faltenfrei verkleben.
  • Die Folie überall kräftig andrücken, damit sie sauber auf dem Rahmen haftet.

▶ Schritt 3 im Video ansehen (ab 3:30)

Schritt 4: Kompriband auf den Anschlag kleben

Auf den geprimerten Anschlag kleben Sie jetzt das vorkomprimierte Dichtband – dreiseitig, also seitlich und oben. Es stellt die Schlagregendichtheit zwischen Rahmen und Anschlag her. Dank Primer hält das Band sofort zuverlässig und fällt nicht wieder ab.

▶ Schritt 4 im Video ansehen (ab 6:30)

Schritt 5: Fenster einsetzen und ausrichten

Stellen Sie zuerst ein paar Unterlegklötze in die Öffnung – sie richten das Fenster in der Höhe aus und schaffen Platz unter dem Fensterbankanschlussprofil, damit dieser Hohlraum später ausgeschäumt und fachgerecht abgedichtet werden kann. Dann den Rahmen einsetzen und mit Montagekissen fixieren. So richten Sie aus:

  1. Waage: Wasserwaage auf die Unterkante – bei Bedarf nachklotzen.
  2. Anschlagmaß: Kontrollieren Sie rundum, dass der Rahmen überall gleich weit am Anschlag anliegt – mit den Montagekissen lässt sich das millimetergenau justieren.
  3. Lot: Rahmen seitlich senkrecht ausrichten und oben gegenprüfen.

Wichtig: Achten Sie auf die Position der Montagekissen – sie dürfen nicht dort sitzen, wo später gebohrt wird, sonst bohren Sie sie durch.

▶ Schritt 5 im Video ansehen (ab 8:00)

Schritt 6: Rahmen verschrauben

Setzen Sie die erste Montageschraube seitlich an, kontrollieren Sie noch einmal die Ausrichtung und drehen Sie die Schraube ein. Dann arbeiten Sie sich weiter: oben befestigen, gegenüberliegende Seite verschrauben, dabei immer wieder Waage und Lot prüfen. Zwei Profi-Tipps aus dem Video:

  • Ziehen Sie beim Verschrauben keinen „Bauch" in den Rahmen – wo die Fuge größer ist, schieben Sie vor dem Festziehen ein Unterlegklötzchen als Widerlager ein. Das vorkomprimierte Dichtband gleicht kleinere Unebenheiten von allein aus.
  • Nach dem Verschrauben die Montagekissen entfernen und die Unterlegklötze so drehen, dass sie beim anschließenden Verkleben der Folie nicht im Weg sind.

▶ Schritt 6 im Video ansehen (ab 10:30)

Schritt 7: Abdichten – Folie verkleben und ausschäumen

Jetzt wird die Fuge geschlossen – von außen nach innen:

  • Außen unten: Brüstung sauber abkehren, dann die Folie am Fensterbankanschluss verkleben. Kleber satt auftragen, mit einem Unterlegklötzchen verteilen und die Folie kräftig andrücken. Wo Kleber fehlt, einfach nachspritzen. Im Eckbereich die Folie ruhig etwas länger lassen.
  • Anfeuchten: Bei altem oder sandendem Mauerwerk die Fuge mit der Sprühflasche leicht anfeuchten – das bindet Reststaub und der Schaum härtet besser aus.
  • Ausschäumen: Schaumdose kräftig schütteln (rund 20-mal) und die Fuge satt ausschäumen – auch im Bereich der Unterlegklötze ordentlich dosieren.
  • Sofort verkleben: Direkt nach dem Schäumen die restliche Folie auf den Baukörper kleben, denn der Schaum quillt nach. Kontakt zwischen Folie und Schaum ist unkritisch, herausgequollenen Schaum streichen Sie einfach ab. Zum Schluss die innere Folie luftdicht verkleben – damit ist die Regel „innen dichter als außen" erfüllt.

▶ Schritt 7 im Video ansehen (ab 12:00)

Schritt 8: Flügel einhängen und Finish

Entfernen Sie zuerst die Transportsicherungen, die umlaufend im Rahmen stecken – sie lassen sich einfach herausziehen. Dann setzen Sie den Flügel auf den Ecklagerstift, drücken ihn komplett in den Rahmen, bis das Scherenlager oben einrastet, und drücken den Achslagerstift ein, bis er hörbar klickt. Zum Schluss:

  • Funktionstest: Schließt und öffnet das Fenster sauber, haben Sie alles richtig gemacht.
  • Abdeckkappen auf die Montageschrauben klipsen.
  • Wasserschlitzkappen in die vorgesehenen Schlitze drücken – fertig!

▶ Schritt 8 im Video ansehen (ab 15:45)

Kompriband oder Folie: Was ist im Altbau richtig?

Beides – aber an unterschiedlichen Stellen. Das Kompriband dichtet den Anschlag ab, wo die Fugenstärke definiert ist. Seitlich in der Laibung setzen wir im Altbau dagegen bewusst auf die Fensteranschlussfolie: Kompriband ist immer nur für einen bestimmten Fugenbereich ausgelegt – im Bestandsmauerwerk schwanken die Fugenbreiten aber oft von Zentimeter zu Zentimeter. Die Folie deckt diese Unterschiede zuverlässig ab und bleibt trotzdem diffusionsgerecht. Sicherheitshalber greifen Profis im Altbau deshalb fast immer zur Folienabdichtung. Wie die Abdichtung im Neubau mit durchgehendem Kompriband funktioniert, sehen Sie in unserer Neubau-Anleitung.

Häufige Fragen zum Fenstertausch im Altbau

Anschlag, Ausbau & Kosten: Das Wichtigste auf einen Blick.

Was ist Anschlagmauerwerk?

Beim Anschlagmauerwerk springt die Außenwand im Bereich der Fensteröffnung zurück und bildet eine Kante – den Anschlag. Das Fenster wird von innen gegen diese Kante gesetzt. Der Anschlag schützt die Fuge vor Schlagregen, macht sie aber nach dem Einbau von außen unzugänglich. Deshalb müssen Kompriband und Folie zwingend vor dem Einsetzen angebracht werden.

Wie baue ich das alte Fenster aus?

Hängen Sie zuerst die Flügel aus, dann sägen Sie den alten Rahmen an mehreren Stellen durch und hebeln die Teile stückweise heraus. Arbeiten Sie dabei vorsichtig, um Anschlag und Laibung nicht zu beschädigen – jede ausgebrochene Stelle müssen Sie vor dem Neueinbau wieder ausmörteln. Danach die Öffnung besenrein säubern.

Brauche ich wirklich einen Primer?

Im Altbau: ja. Altes Mauerwerk staubt und sandet fast immer – und auf staubigem Untergrund hält weder Kompriband noch Folienkleber dauerhaft. Der Primer bindet den Staub und schafft einen tragfähigen Klebegrund. Die paar Minuten Ablüftzeit sind gut investiert: Eine abgefallene Abdichtung hinter dem Anschlag können Sie später nicht mehr reparieren.

Kann ich Fenster im bewohnten Haus tauschen?

Ja, der Fenstertausch ist ein klassisches Gewerk im bewohnten Bestand. Pro Fenster sollten Sie inklusive Ausbau etwa zwei bis vier Stunden einplanen – die Öffnung steht also nur wenige Stunden offen. Decken Sie Möbel und Boden ab und tauschen Sie Raum für Raum, dann bleibt der Aufwand überschaubar.

Was kostet es, Fenster austauschen zu lassen?

Für Ausbau, Entsorgung und fachgerechten Neueinbau liegt der Fachbetrieb je nach Region und Fenstergröße meist bei 200 bis 500 Euro pro Fenster. Beim Selbermachen sparen Sie diese Kosten und investieren dafür Zeit plus Material (Primer, Kompriband, Folie, Schaum: ca. 40–60 Euro pro Fenster). Beachten Sie: Wenn Sie eine staatliche Förderung (z. B. KfW/BEG) nutzen möchten, muss ein Fachunternehmen montieren.

Unser Fazit: Der Altbau ist kein Hindernis!

Fenster einbauen im Altbau verlangt etwas mehr Vorbereitung als im Neubau – Primer, Folie vor dem Einsetzen, sorgfältiges Ausrichten am Anschlag. Wer diese Reihenfolge einhält, bekommt aber auch im Bestandsmauerwerk ein dauerhaft dichtes Ergebnis nach dem Stand der Technik. Mit über 30 Jahren Erfahrung in der Fensterproduktion geben wir unser Montagewissen gerne an Sie weiter. Alle Grundlagen finden Sie auch auf unserer Seite Fenster einbauen. Und wenn Sie noch die passenden neuen Fenster für Ihren Altbau suchen: Bei uns erhalten Sie Ihr Kunststofffenster nach Maß direkt vom Hersteller – millimetergenau passend für Ihre Bestandsöffnung.