Kompriband, Quellband, Fugendichtband, Multifunktionsdichtband – viele Namen für das Material, das über die Dichtheit Ihrer Fenstermontage entscheidet. In unseren Einbau-Videos arbeiten wir ständig damit, jetzt beantworten unsere Montageprofis die Fragen dahinter: Welches Band gehört an welche Fuge? Worauf müssen Sie beim Verkleben achten? Und was tun bei Hitze, Kälte oder wenn die Rolle nicht reicht? Im Video sehen Sie alle Antworten, hier lesen Sie sie in Ruhe nach.
▶ Zum Video: Kompriband und Multifunktionsdichtband im Profi-Check
Ein Kompriband ist ein vorkomprimiertes Dichtband aus imprägniertem Schaumstoff: Auf der Rolle ist es zusammengepresst, nach dem Verkleben expandiert es und füllt die Montagefuge zwischen Fensterrahmen und Mauerwerk vollständig aus. Ein Multifunktionsdichtband erfüllt dabei alle drei Abdichtungskriterien einer fachgerechten Montage in einem Arbeitsschritt:
Deshalb greifen unsere Monteure bei fast jeder Fenstermontage zum Fensterdichtband – und deshalb lohnt es sich, die Verarbeitungsregeln zu kennen.
▶ Die drei Abdichtungskriterien im Video (ab 0:05)
In unseren Videos sehen Sie zwei Varianten – und die Wahl hängt von Ihrer Einbausituation ab:
| Multifunktionsdichtband (breite Rolle) | Füllt die gesamte Montagefuge in einem Arbeitsschritt und erfüllt alle drei Funktionen. Ideal im Neubau mit umlaufend gleichmäßigen Fugen. |
|---|---|
| Einseitiges Kompriband (schmale Rolle) | Deckt einen Funktionsbereich ab – vor allem die Schlagregendichtheit. Ideal in der Sanierung mit Anschlagmauerwerk, wo das breite Band nicht an den Anschlag passt. |
Wie beide Varianten in der Praxis verarbeitet werden, sehen Sie in unseren Anleitungen zum Fenster einbauen im Neubau und zum Fenster einbauen im Altbau.
▶ Der Unterschied im Video (ab 0:33)
Jedes Kompriband ist für einen definierten Fugenbereich zugelassen – der Einsatzbereich steht auf der Rolle, zum Beispiel 8 bis 18 mm (im Sanierungsfall, wenn die Fuge raumseitig zusätzlich überdeckt wird, teils bis 21 mm). Diese Angabe ist verbindlich: Das Band expandiert nur bis zu seiner Auslegungsgrenze. Ist die Fuge breiter, füllt es sie nicht mehr vollständig aus – und keine der drei Funktionen ist erfüllt. Dass die Rolle im komprimierten Zustand viel dicker aussieht, täuscht nicht darüber hinweg.
Auch die Bandbreite muss passen: Sie richtet sich nach der Bautiefe Ihres Fensterprofils. Für ein Profil mit 80 mm Bautiefe brauchen Sie ein entsprechend breites Multifunktionsdichtband – ein schmaleres Band deckt die Fuge nicht über die volle Profiltiefe ab. Es gibt für praktisch jede Bautiefe das passende Band.
▶ Fugenbreite und Einsatzbereich im Video (ab 1:24)
▶ Krallseite und Verkleberegeln im Video (ab 3:00)
Der häufigste Verarbeitungsfehler passiert in den Ecken: Wer das Band einfach um die Ecke legt, bekommt dort eine runde Kontur – und die expandiert nie bis in die rechtwinklige Ecke der Rohbauöffnung. Die Folge: keine Schlagregendichtheit, keine Dämmung, keine Dampfdichtheit – genau am empfindlichsten Punkt der Fuge.
Richtig ist das Stoßen: Schneiden Sie das Band mit Schere oder scharfem Cuttermesser sauber und gerade ab und lassen Sie das senkrechte Band 10 bis 15 mm überstehen. Beim Expandieren schließt das waagerechte Band dann exakt an – es entsteht ein sauberer rechter Winkel und die Fuge ist bis in die Ecke dicht.
Das gleiche Prinzip gilt, wenn die Rolle mitten auf der Strecke endet: Reststücke müssen Sie nicht wegwerfen. Setzen Sie das neue Stück mit einem geraden, winkligen Schnitt an – Krallseite wieder nach innen – und stauchen Sie am Stoß etwas. Wölbt sich das Band dabei leicht auf, ist das ein gutes Zeichen: Es ist lang genug, und die Stoßstelle wird genauso dicht wie durchlaufendes Band. Profis arbeiten alternativ mit einem schrägen Schnitt.
▶ Ecken richtig ausführen im Video (ab 5:02)
Grundsätzlich können Sie Kompriband bei jeder Temperatur einsetzen – Sie müssen nur die Spielregeln kennen:
▶ Temperatur-Tipps im Video (ab 3:29)
Verarbeitung, Reste & Sonderfälle: Das Wichtigste auf einen Blick.
Nein – das ist einer der häufigsten Fehler. Gezogenes Band zieht sich nach dem Verkleben wieder zusammen, und es entstehen undichte Stellen. Verarbeiten Sie das Band immer leicht gestaucht (Faustregel: Fensterlänge plus 1 cm) und setzen Sie bei Bedarf lieber ein neues Stück mit sauberem, geradem Stoß an.
Dann expandiert das Band nicht weit genug, um die Fuge zu füllen – Schlagregendichtheit, Dämmung und Dampfdichtheit sind nicht mehr gewährleistet. Prüfen Sie deshalb vor der Montage die tatsächliche Fugenbreite und wählen Sie das Band mit passendem Einsatzbereich. Bei stark schwankenden Fugenbreiten, etwa im Altbau, ist die Abdichtung mit Fensteranschlussfolie die sichere Wahl.
In fast allen Fällen liegt es an der Temperatur: Bei Kälte um den Gefrierpunkt kann die Expansion 5 bis 6 Tage dauern. Geben Sie dem Band Zeit – es geht zuverlässig auf, sobald es wärmer wird, und die Fuge nimmt in der Zwischenzeit keinen Schaden.
Ja. Rollen Sie das Reststück wieder fest zusammen und fixieren Sie es mit dem grünen Klebeband der Originalrolle – werfen Sie das also nicht weg. So kann das Band nicht expandieren und bleibt beliebig lange einsatzbereit. Beim nächsten Einsatz nur daran denken: den gestauchten Anfang wieder gerade anschneiden.
Die graue Krallseite zeigt immer zur Raumseite – sie stellt die Dampfdichtheit her und schützt so vor Feuchteschäden in der Fuge. Die schwarze Seite gehört nach außen und übernimmt die Schlagregendichtheit. Merkhilfe: „Grau zum Bau(-herrn)" – die Krallen schauen Sie an.
Das Kompriband ist das Herzstück jeder fachgerechten Fenstermontage – wenn Sie die Grundregeln beachten: passender Einsatzbereich, Krallseite nach innen, stauchen statt ziehen, Ecken stoßen statt umlegen. Mit über 30 Jahren Erfahrung geben wir unser Montagewissen gerne an Sie weiter. Das passende Multifunktionsdichtband für Ihre Profilbautiefe finden Sie übrigens direkt in unserem Montagezubehör-Shop – und das passende Kunststofffenster nach Maß gleich dazu, direkt vom Hersteller.